Die heilige Einkreisung
Der Pushkar-See ist von 52 Badeghats umgeben – abgestufte Böschungen, die zum heiligen Wasser führen. Seit über 2.000 Jahren führen Pilger hier rituelle Bäder (snan) durch und glauben, dass ein Bad im heiligen Wasser vergangene Sünden wegwäscht und moksha (Befreiung) gewährt.
Jedes Ghat trägt den Namen eines Herrschers, Heiligen oder einer Gottheit, die es erbaut oder geweiht hat – und ist so ein lebendiges Zeugnis jahrhundertelanger königlicher Schirmherrschaft und Hingabe.
Das Fotografieren leerer Ghats und Landschaften ist erlaubt, das Fotografieren von Gläubigen beim Baden oder bei der Durchführung von Ritualen ist jedoch aus Respekt vor deren Privatsphäre und religiösen Gefühlen strengstens untersagt. Überprüfen Sie immer die örtliche Beschilderung. Das Fotografieren während des Aarti am Hauptabend ist grundsätzlich nicht gestattet.
Die heiligsten Ghats
1. Brahma Ghat – Das zentrale Ghat
Dies ist das am meisten verehrte Ghat in Pushkar und soll der Ort sein, an dem Lord Brahma selbst ein Yagna (Feueropfer) durchführte, um den See zu erschaffen. Ein Schrein mit goldener Spitze markiert den Standort. Hier nehmen Pilger zunächst das rituelle Pushkar Snan-Bad.
Am besten geeignet für: Aarti am Abend (18:30–19:30 Uhr) | Fotografieren: Aus der Entfernung erlaubt, nicht während Zeremonien.
2. Varaha Ghat
Dieses wunderschön geschnitzte Ghat ist Lord Vishnus Eber-Avatar (Varaha) gewidmet und verfügt über verzierte Säulen und einen ansässigen Priester, der täglich Puja durchführt. Die Steinstufen sind von jahrhundertealten Pilgerfüßen glattgeschliffen.
3. Yagya Ghat
Yagya Ghat gilt als hochheilig und wird mit dem legendären Yagna (Feueropfer) von Lord Brahma in Verbindung gebracht. Es ist ein wichtiger Knotenpunkt für tägliche Rituale, Abendgebete und spirituelle Reinigung und zieht Gläubige an, die spezielle Opfergaben darbringen, um göttlichen Segen zu erlangen.
4. Gau Ghat
Gau Ghat wurde ursprünglich vom Königshaus der Rajputen erbaut und besitzt eine tiefgreifende historische Bedeutung. Heute ist es das wichtigste Ghat für asthi visarjan – das rituelle Untertauchen eingeäscherter Überreste – und zieht Familien aus ganz Indien an, die Frieden und Befreiung für ihre verstorbenen Vorfahren suchen. Das Ghat verfügt über einen kleinen Ganesha-Schrein an seiner Spitze und wird gemeinsam von den Königsfamilien Rajput und Maratha unterhalten.
5. Badri Ghat
Badri Ghat ist Lord Badrinath (einem Avatar von Lord Vishnu) gewidmet. Dieses Ghat ist bei Festen besonders beliebt und wird von alten Schreinen gesäumt. Es bietet eine friedliche Atmosphäre zum Baden, zur Morgenmeditation und zum Beten und bietet so einen ruhigen Rückzugsort von den geschäftigen zentralen Ghats.
Ghat-Zonen nach Aktivität
Ghats 1–18. Die heiligste Zone, einschließlich Brahma-, Varaha- und Yagya-Ghats. Aktive Puja-Zeremonien den ganzen Tag über.
Ghats 19–30. Ruhigere, vom König gesponserte Ghats – ideal zum Nachdenken und zum Fotografieren am frühen Morgen (mit Genehmigung).
Ghats 31–42. Etwas abgeschiedener, im Schatten uralter Bäume. Die Aussicht auf den Sonnenaufgang von der südlichen Ecke ist außergewöhnlich.
Ghats 43–52. Ghats mit Blick auf den Sonnenuntergang – die beliebtesten Aussichtspunkte für die goldene Stunde.
Tägliche Rituale in den Ghats
- Mangala Aarti (5:30–6:00 Uhr): Lampenzeremonie vor Sonnenaufgang, durchgeführt von Tempelpriestern
- Pushkar Snan (Morgendämmerung – 9:00 Uhr): Ritualbad von Pilgern, besonders gläubig an glückverheißenden Tagen
- Shraddha-Riten (Morgen): Ahnengedenkrituale, die von Familienpriestern durchgeführt werden
- Blumenopfer (den ganzen Tag): Ringelblumengirlanden schwammen auf der Seeoberfläche
- Sandhya Aarti (18:30–19:30 Uhr): Abendlampenritual – das spektakulärste, bei dem Hunderte von Diyas (Öllampen) gleichzeitig angezündet werden
Fotografie-Regeln
Wichtige Besuchertipps
- Ziehen Sie Ihre Schuhe aus, bevor Sie die Ghat-Stufen hinabsteigen. Es steht ein spezieller Schuhraum zur Verfügung
- Kleiden Sie sich bescheiden – siehe Richtlinien zur Kleiderordnung
- Betreten Sie das Seewasser nicht, es sei denn, Sie führen ein echtes Ritual durch – gelegentliches Schwimmen ist respektlos
- In Ekadashi (11. Tag des Mondzyklus) und in Vollmondnächten sind die Ghats am stärksten besucht
- Bringen Sie eine kleine Opfergabe mit – Ringelblumengirlanden werden an den Ghat-Eingängen verkauft





